Etwa 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung leiden an funktionellen Verdauungsbeschwerden, deren Ursachen vielfältig sein können. Häufig werden die organisch gesunden Patienten mit der Diagnose 'stressbedingt' nach Hause geschickt. Dabei steckt hinter den Magen-Darm-Problemen oft das Volksleiden Laktoseintoleranz, von dem rund 15 bis 20 Millionen Bundesbürger betroffen sind. Daher sollten Ärzte ihre Patienten mit funktionellen Verdauungsbeschwerden stets auf eine mögliche Laktoseintoleranz testen.
Die steigende Anzahl funktioneller Verdauungsbeschwerden aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten bringt immer mehr Patienten in deutsche Arztpraxen. Um sicher zu stellen, ob die Betroffenen an Laktoseintoleranz leiden, kann der Arzt unter drei gängigen Diagnose-Methoden auswählen: Gentest, H2-Atemtest oder Laktosetoleranztest.
Mit dem Gentest lässt sich einfach und sicher die Veranlagung für einen primären Laktasemangel feststellen. Dazu wird eine Speichelprobe im Labor dahingehend untersucht, ob ein genetisch bedingter Enzymmangel vorliegt, bei dem die Laktase-Aktivität im Laufe des Lebens nachlässt. Die Untersuchung ist für den Betroffenen frei von Nebenwirkungen und das Ergebnis liefert eine eindeutige Diagnose.
Beim H2-Atemtest wird der Wasserstoffgehalt (H2) in der Atemluft nach dem Konsum einer Milchzuckerlösung gemessen. Nachteil dieses Testverfahrens: Betroffene sollten zum einen viel Zeit mitbringen (Untersuchungsdauer bis zu 4 Stunden) und müssen mit dem Auftreten der bekannten Symptome nach dem hierbei notwendigen Verzehr von Milchzucker rechnen. Wie beim H2-Atemtest wird auch beim Laktosetoleranztest eine milchzuckerhaltige Lösung getrunken. Über den Glukosewert im Blut lassen sich dann Rückschlüsse zur Aktivität der Laktase treffen. Auch bei diesem Testverfahren klagen Betroffene oft über die schmerzhaften Symptome ihrer Milchzuckerunverträglichkeit.
Lautet die ärztliche Diagnose Laktoseintoleranz, dann liegt die Empfehlung von Laktasepräparaten nahe, um die Verdauung von Milchzucker zu unterstützen.
Quelle: Gesundheit Adhoc/ CGC Cramer Gesundheits-Consulting GmbH
Bildquelle: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de
